Um 13.55 Uhr wurde der Feuerwehr ein Leck an der Ammoniakanlage der
Eislaufhalle in der Rommelbacher Straße gemeldet. Beim Eintreffen der
Feuerwehr wurde festgestellt, dass über das Überdruckventil Ammoniak ins
Freie geblasen wird. Auf Höhe der Rommelsbacher Straße war eine Reizung der
Schleimhäute zu verspüren und eine erhebliche Geruchsbelästigung
festzustellen.
Was war passiert?
Bei Sanierungsarbeiten wurde das Dach der Eislaufhalle abgebaut. Die starke
Sonneneinstrahlung auf die Eislauffläche, unter deren die
Ammoniak-Kühlrohre verlegt sind, heizte das noch in dem System befindliche
Ammoniak auf. Dadurch kam es im Ammoniakbehälter, der sich am Kopfgebäude
der Auslaufhalle befand, zu einem Überdruck. Das Überdruckventil löste aus
und lies das Gas ins Freie strömen.
Die Feuerwehr hat die im angrenzenden Autohaus befindlichen Personen wie
auch das Albert – Einstein – Gymnasium, die Romerschanzschule, die Peter –
Rosegger- Schule sowie die dort im Gefahrenbereich befindlichen
Kindertageseinrichtungen informiert bzw. evakuiert. Insgesamt wurden über
250 Personen mit Bussen der RSV in Sicherheit gebracht und übergangsweise
im Altenheim Voller Brunnen medizinisch versorgt und betreut. Die Bewohner
des angrenzenden Wohngebietes wurden über Rundfunk und
Lautsprecherfahrzeuge aufgefordert, sich in die Gebäude zu begeben, Fenster
und Türen zu schließen, Kinder nicht im Freien spielen zu lassen und
Schutzsuchende aufzunehmen.
Die Feuerwehr hat mit einem massiven Wassereinsatz das austretende Gas
niedergeschlagen und mit einem Großlüfter das Gas verwirbelt und verdünnt.
Parallel wurden an mehreren Punkten Messungen durchgeführt. Die Messwerte
lagen bei 10 bis 15 ppm, also unterhalb der max. Arbeitsplatzkonzentration
und dem Einsatztoleranzwert der Feuerwehr.
Gegen 19.00 Uhr hatte die Feuerwehr mit den Kühlmaßnahmen in einen stabilen
Zustand bringen können, sodass ab diesem Zeitpunkt kein Gas mehr austrat.
Die Einsatzleitung der Feuerwehr hat zu weiteren Abklärung und
Stabilisierung der Situation die zuständige Fachfirma hinzugezogen sowie im
telefonischen Kontakt mit der TUIS Werkfeuerwehr BASF das weitere Vorgehen
besprochen.
Insgesamt wurden 17 Einsatzkräfte im Kreisklinikum ambulant versorgt. 2
Feuerwehrangehörige wurden über Nacht zur weiteren Überwachung stationär im
Klinikum aufgenommen.
Wie geht es am 28.07.2009 weiter?
Um 19.30 Uhr ist der Verwaltungsstab der Stadt Reutlingen unter Leitung von
Herrn Bürgermeister Peter Rist, Herrn Bürgermeister Robert Hahn, den
städtischen Ämtern, der Polizei und der Feuerwehr zusammengetreten.
Er hat das weitere Vorgehen wie folgt festgelegt:
Eine Fachfirma wird am morgigen Tag, dem 28.07.2009 alle Vorbereitungen für
das Abpumpen des Ammoniaks treffen. Dabei handelt es sich um einen
standardisierten Vorgang, der erprobt und ohne Gefährdung für die Umgebung
durchgeführt werden kann.
Die Arbeiten werden jedoch erst beginnen, wenn ein unabhängiger
Sachverständiger die Anlage vorher begutachtet hat.
Aus Sicherheitsgründen hält der Verwaltungsstab es für erforderlich, dass
die Umpumparbeiten erst dann beginnen werden, wenn die Schüler der
angrenzenden Schulen den Unterricht wieder beendet haben. Dies wird gegen
13.00 Uhr sein. Die Schulleiter wurden über das Amt für Schulen, Jugend und
Sport bereits informiert.
Der Verkehr wird im Laufe der Nacht auf der Rommelsbacher Straße wieder
freigegeben werden. Die Bushaltestellen in der Rommelsbacher- / Höhe
Schieferstraße werden sowohl stadteinwärts als auch stadtauswärts gesperrt
bleiben, damit die Schüler nicht direkt an der Einsatzstelle vorbeilaufen
müssen. Die RSV wird die entsprechenden Sperrung vornehmen und ihre
Fahrgäste informieren.
Die Lage wird dann am Vormittag nach Abschluss der Arbeiten durch den
Sachverständigen neu beurteilt und u.U. weitere Maßnahmen veranlasst.
Für Rückfragen steht Ihnen das Feuerwehramt unter Tel. 07121 / 303-1700
gerne zur Verfügung.
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