Unfälle, Starkregen und natürlich die klassischen Brände: Mehr als eintausend Mal mussten die Berufs- und die Freiwillige Feuerwehr im vergangenen Jahr ausrücken. Dank der vorbildlichen Einsatzbereitschaft aller ihrer Feuerwehrangehörigen könne die Reutlinger Feuerwehr „allen Menschen in der Stadt einen optimalen Schutz gewähren“, so Feuerwehrkommandant Harald Herrmann bei der Hauptversammlung der Feuerwehr am Freitagabend. Vor rund 400 Angehörigen der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehrabteilungen, der Jugendfeuerwehr und der Altersabteilung sowie einer Vielzahl von Stadträtinnen, Stadträten und Gästen stellte Herrmann die Einsatzzahlen des vergangenen Jahres vor und zog für die Feuerwehr Reutlingen eine positive Bilanz für das Jahr 2008.
Die Hauptversammlung wurde vom Stv. Kommandant Dr. Georg Belge eröffnet, der den für die Feuerwehr zuständigen Bürgermeister Peter Rist , 17 Stadträtinnen und Stadträte, vier Bezirksbürgermeister, der Leiter der Polizeidirektion, der Leiter des Polizeireviers Reutlingen und sein Stellvertreter, der Rettungsdienstleiter des DRK Reutlingen und die Vertreter der Hilfsorganisationen, vom DRK-OV, dem THW, der DLRG und der Höhlenrettung Baden-Württemberg, den stv. Kreisbrandmeister sowie die Kommandanten der Nachbarwehren begrüßen konnte.
Unter Tagesordnungspunkt 2 erläuterte Stadtoberbrandrat Harald Herrmann seinen Bericht.
61 Einsatzbeamte der Berufsfeuerwehr und die 398 Angehörigen in den Freiwilligen Abteilungen der Feuerwehr Reutlingen sowie die 15 Fachberater wurden zu
1.029 Einsätzen alarmiert. Es waren
286 Brände zu bekämpfen,
511 Technischen Hilfeleistungen waren zu bewältigen und zu
232 Fehleinsätzen wurde die Wehr alarmiert.
5 Menschen wurden aus lebensbedrohlichen Lagen gerettet, 9 Personen konnten nur noch tot geborgen werden.
Als besondere Einsätze nannte Herrmann die Großbrände in einem Zimmereigeschäft im Stadtbezirk Mittelstadt, in der Diskothek M-Park, der Großbrand in einem Supermarkt in der Ringelbachstraße, der Wohnhausbrand im Cafe Fritz in Sondelfingen, der Großbrand im Reiterstüble in Sondelfingen sowie der Ladenbrand in der Einkaufspassage in Orschel-Hagen sowie der LKW –Unfall unter der Betzinger Eisenbahnbrücke.
Das Einsatzgebiet der Reutlinger Feuerwehr endet jedoch nicht an den Stadtgrenzen, wie die Rubrik „Überlandhilfe“ in der Statistik verdeutlichte. 43 mal, davon 11 mal zu Bränden und 32 technischen Hilfeleistungen, rückte die Reutlinger Feuerwehr aus und half nach Bränden und Starkregenereignissen in Großengstingen, Walddorfhäslach, Pliezhausen, Grafenberg, Hechingen und Eningen.
Finanzbürgermeister Peter Rist richtete seinen Dank an die 459 aktiven Feuerwehrangehörige der Wehr: „Ich bin Stolz auf die Reutlinger Feuerwehr, ich bin stolz auf das von Ihnen geleistete, ja Reutlingen verfüge wahrlich über eine meisterhafte Feuerwehr“. Die Feuerwehr sei für die Stadt zu einem wichtigen Standortfaktor geworden, mit dem auch gepunktet werden könne.
Rist dankte dem Feuerwehrkommandanten, seinem Stellvertreter und dem gesamten Amt 37, die streitbar, aber konstruktiv das Machbare für die Stadt im Auge behalten.
Neben den aktiven Angehörigen gehören derzeit 133 Angehörige der Jugendfeuerwehr und 180 Angehörige der Altersabteilung und Ehrenmitglieder zur Feuerwehr. Die Stadt Reutlingen tut bereits seit vielen Jahren sehr viel für die Stärkung der Ehrenamtes bei der Feuerwehr.
Wir konnten viele Projekte umsetzen und auf den Weg bringen, so der stv. Kommandant Georg Belge. 2008 sei ein weiterer wichtiger Meilenstein mit der Einführung einer Ehrungsrichtlinie für die Feuerwehr ergänzt und für die Erholungsfürsorge ein Vertrag mit einem neuen Haus in Bad Hindelang abgeschlossen worden.
Eine besondere Anerkennung des Ehrenamtes und der Feuerwehr sei der Beschluss des Gemeinderates über eine halbe Stelle für die Entlastung der ehrenamtlichen Führungskräfte von Verwaltungsarbeiten.
2008 war aber auch wieder ein besonderes Jahr in der Feuerwehrgeschichte, so Herrmann. Mit dem Eintritt von Helmut Kober in den Ruhestand sei –nach 43 jähriger Dienstzeit, davon 17 Jahre als Stv. Feuerwehrkommandant - eine Ära der Feuerwehrgeschichte zu Ende gegangen.
Mit Dr. Georg Belge habe die Reutlinger Feuerwehr einen exzellenten Fachmann des höheren feuerwehrtechnischen Dienstes in die Leitung der Feuerwehr gewinnen können, der erstmals nicht aus den Reihen der Reutlinger Wehr kommt. Nach 9 Monaten sei festzustellen, dass die Wehr mit Georg Belge einen Glücksgriff gelandet habe. Er bringe alle wichtigen Vorraussetzungen für dieses Amt, vor allem sein hohes Engagement, seine Zielstrebigkeit, und sein menschliches Einfühlungsvermögen – auch für die Belange der Freiw. Feuerwehrabteilungen – zeichnen ihn aus. Herrmann wünschte Dr. Belge, dass er seine persönlichen Ziele in Reutlingen erreichen könne und eine Heimat gefunden habe.
Herrmann dankte seiner Führungsmannschaft für ihr Engagement und ihre hohe Einsatzbereitschaft und schloss in den Dank auch den Gemeinderat, das Bürgermeisteramt, die Polizei und die Hilfsorganisationen für die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ein.
um Schluss seines Berichtes stellte Harald Herrmann fest, dass die Feuerwehr schnell – kompetent und jederzeit einsatzbereit sei. Die Ziele des Jahres 2008 seien erreicht worden, das Klima in der Wehr stimme. Er blicke daher mit großer Zufriedenheit auf das abgelaufene Jahr zurück.
Bilder
Dokumentationsgruppe
Gerhard Schmid
Feuerwehr Reutlingen
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