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EU-Bürger müssen besser über die einheitliche
europäische Notrufnummer 112 informiert werden |
Pressemitteilung der Europäischen Union.
Folgende Pressemitteilung veröffentlicht die Europäische Union
zum "Notruftag" am 11.2.
Telekommunikation: EU-Bürger müssen besser über die
einheitliche europäische Notrufnummer 112 informiert werden.
Nur 22% der EU-Bürger wissen spontan, dass 112 die
in der gesamten EU gültige Rufnummer für Rettungsdienste ist. Bei einer
unionsweiten Erhebung wurde festgestellt, dass die nationalen Behörden noch
einiges tun müssen, um den Informationsstand der Bevölkerung zu verbessern.
Deshalb ruft die Kommission die Mitgliedstaaten dazu auf, die Bekanntheit der
Nummer 112 zu steigern.
Seit Inkrafttreten des EU-Telekommunikationsregeln im Jahr
2003 haben 26 der 27 Mitgliedstaaten die Möglichkeit geschaffen, die
Notrufnummer 112 von Festnetz- und Mobiltelefonen zu erreichen. Gegen Bulgarien
ist noch ein Vertragsverletzungsverfahren anhängig, weil die 112 dort nicht
verfügbar ist (siehe IP/07/1530). Der Bevölkerung besser zu vermitteln, dass
die Notrufnummer 112 sowohl im Inland als auch bei Auslandsreisen gilt, ist nun
der logisch nächste Schritt zu deren wirkungsvoller Einführung, denn nur
informierte Bürger werden die Nummer im Notfall auch nutzen können.
Entsprechend einem Aufruf des Europäischen Parlaments vom September 2007 nutzt
die Kommission das heutige Datum (11.2.), um den Bekanntheitsgrad der 112 zu
steigern.
„Eine in der gesamten EU wirksam funktionierende
Notrufnummer ist ein wesentliches Instrument zur Gewährleistung der Sicherheit
unserer Bürger. Insbesondere für Reisende ist Notfallhilfe ein wichtiger Aspekt
des Binnenmarkts und der damit verbundenen Freiheiten. Die EU-Bürger sollten
die Möglichkeit haben, überall in Europa dieselbe Notrufnummer zu nutzen“,
erklärte die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding.
„Die Kommission hat sich bislang darauf konzentriert zu gewährleisten, dass die
Nummer 112 in allen Mitgliedstaaten eingeführt wird. Nun ist es an der Zeit,
den Bürgern die 112 als die einheitliche Notrufnummer nahe zu bringen, die sie
sich merken müssen. Deshalb rufe ich die Mitgliedstaaten dazu auf, weiter
darauf hin zu arbeiten, dass die Notrufnummer 112 überall in Europa zuverlässig
funktioniert, und sich an einer aktiven Sensibilisierungskampagne zur
Steigerung der Bekanntheit der Nummer zu beteiligen.“
Die heute veröffentlichten Umfrageergebnisse zeigen, dass
95% der EU-Bürger der Auffassung sind, eine einheitliche Notrufnummer in der
gesamten EU sei zweckmäßig. Insbesondere bei Aufenthalten außerhalb ihrer
gewohnten Umgebung war für die Befragten das zuverlässige Funktionieren der
Notrufnummer 112 von besonderer Bedeutung. Auslandsreisende können nämlich bei
Nutzung der Nummer 112 mit geringerer Wahrscheinlichkeit den genauen Ort des
jeweiligen Notfalls angeben (dazu waren nur 53% der Auslandsreisenden, aber
mehr als 80% der Einheimischen in der Lage)
Daneben hatte den Umfrageergebnissen zufolge einer
von vier Befragten in den letzten fünf Jahren eine Notrufnummer anrufen müssen.
In nahezu 40% dieser Fälle wurde die Nummer 112 gewählt. Die große Mehrheit der
Befragten gab an, nach Anruf der Nummer Hilfe erhalten zu haben (in 81% der Fälle
wurde ein Rettungsdienst eingeschaltet, 7% der Anrufer erhielten zweckdienliche
Informationen und in 5% der Fälle wurden sonstige Folgemaßnahmen getroffen). 8%
der Befragten berichteten von Schwierigkeiten bei der Herstellung oder
Aufrechterhaltung der Kommunikation; die meisten Fälle wurden dabei aus Polen
berichtet (21%). Ferner ergab die Umfrage, dass diejenigen Befragten, die 112
im Ausland gewählt hatten, weniger häufig mit Sprachproblemen konfrontiert
waren als diejenigen, die andere nationale Notrufnummern gewählt hatten (12%
gegenüber 28%).
Zwei von drei Befragten waren der Ansicht, dass die
Bevölkerung derzeit nicht ausreichend über die Notrufnummer 112 informiert ist
– ein Beleg für die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen der nationalen Behörden.
Selbst von denjenigen Befragten, die 112 als nationale Notrufnummer erkannten,
wussten nur 22%, dass sie diese Nummer für sämtliche Notfalldienste und in der
gesamten EU anrufen können. Der Anteil der Befragten, die in den letzten 12
Monaten Informationen zur europäischen Notrufnummer 112 erhalten hatten,
reichte von 6% in Dänemark und Griechenland bis zu 56% in der Tschechischen
Republik. Die Bürger in den neuen Mitgliedstaaten waren in der Regel besser
informiert.
Neun von zehn EU-Bürgern waren der Auffassung, dass
der Zugang Behinderter zu Notrufdiensten verbessert werden sollte. Die von der
Kommission im November letzten Jahres vorgeschlagene Reform der EU-Vorschriften
für die Telekommunikation (siehe IP/07/1677) beinhaltet mehrere Maßnahmen zur Verbesserung
der Effizienz und Verfügbarkeit der Nummer 112 als einheitliche europäische
Notrufnummer. Die Kommission schlägt unter anderem vor, die Erreichbarkeit der
112 für Behinderte zu verbessern. Außerdem soll die neue Europäische Behörde
für die Märkte der elektronischen Kommunikation damit beauftragt werden, das
wirksame Funktionieren der Notrufnummer 112 in sämtlichen Mitgliedstaaten
jährlich zu überprüfen und notwendige technische Verbesserungen zu empfehlen.
Hintergrund
Mit der Einführung der europäischen Notrufnummer 112 wurde
1991 das Ziel verfolgt, in allen EU-Mitgliedstaaten eine einzige Notrufnummer
bereitzustellen und so Notrufdienste insbesondere für Reisende leichter
zugänglich zu machen. Das Gemeinschaftsrecht verpflichtet die Mitgliedstaaten
seit 1998, zu gewährleisten, dass alle Endbenutzer von Festnetz- und
Mobilfunkdiensten mit der Nummer 112 kostenlos Rettungsdienste verständigen
können. Seit 2003 müssen die Telekommunikationsbetreiber den Rettungsdiensten
Informationen zum Standort des Anrufers übermitteln, um ihnen so die rasche
Ortung und Auffindung von Unfallopfern zu ermöglichen. Ferner müssen die
Mitgliedstaaten sicherstellen, dass die Bürger dauerhaft über das Bestehen und
den Zweck der Notrufnummer 112 informiert werden.
Um eine wirksame Umsetzung zu gewährleisten, hat
die Kommission bislang gegen 14 Mitgliedstaaten Vertragsverletzungsverfahren
eingeleitet, in denen nicht systematisch Informationen zum Standort des
Anrufers bereitgestellt werden. Sieben dieser Fälle konnten in der Zwischenzeit
abgeschlossen werden, nachdem die betreffenden Mitgliedstaaten Abhilfemaßnahmen
getroffen hatten. In Italien, Litauen, den Niederlanden, Polen, Rumänien und
der Slowakei funktioniert die Anruferlokalisierung noch immer nicht (s.
untenstehende Tabelle).
Die Kommission arbeitet eng mit allen Mitgliedstaaten
zusammen, um das Funktionieren der 112 weiter zu verbessern und diese zu einer
wahrhaft europäischen Einheits-Notrufnummer zu machen. Im Dezember 2007 hat die
Kommission den Mitgliedstaaten einen Fragebogen übermittelt, um weitere
wichtige Detailinformationen zum Funktionieren der Nummer 112 (z. B.
Erreichbarkeit für behinderte Nutzer und Genauigkeit der Informationen zum
Anruferstandort) einzuholen. Die Kommission beabsichtigt, die Ergebnisse dieser
Erhebung vor den Sommerferien zu veröffentlichen, um den Reisenden umfassende
Informationen über den aktuellen Stand der Verwirklichung der Notrufnummer 112
in ihrem jeweiligen Urlaubsland zu bieten.
Die Ergebnisse der Flash-Eurobarometer-Umfrage können unter
folgender Web-Adresse eingesehen werden:
http://ec.europa.eu/information_society/policy/ecomm/current/pan_european/index_en.htm
Weitere Informationen zur Reform des
EU-Telekommunikationsrechts:
http://ec.europa.eu/information_society/policy/ecomm/index_en.htm
Initiativen des Europäischen Parlaments zur Notrufnummer
112:
http://www.europarl.europa.eu/news/expert/infopress_page/065-10135-246-09-36-911-20070906IPR10134-03-09-2007-2007-true/default_de.htm
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