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Versammlung des Landesfeuerwehrverbandes
Baden-Württemberg in Sinsheim |
13.10.2007 Ich
danke allen, die sich im Landesfeuerwehrverband und in den verschiedenen
Interessenvertretungen und Arbeitskreisen ehrenamtlich für die Belange der
Feuerwehren einsetzen. Ohne ihr Engagement wäre unser funktionierendes,
leistungsstarkes Feuerwehrwesen kaum vorstellbar.“ Das sagte Innenminister
Heribert Rech bei der Verbandsversammlung des Landesfeuerwehrverbandes am
Samstag, 13. Oktober 2007, in Sinsheim. Er begrüße, dass sich die
Landesverbandsversammlung der Thematik „Vernetzte Sicherheitspolitik“
angenommen habe. Es spreche für die Qualität der Arbeit der Feuerwehren und für
ihre Wertschätzung in der Gesellschaft, dass es gelungen sei, den obersten
Repräsentanten der Streitkräfte, Generalinspekteur General Wolfgang
Schneiderhahn, als Referent zu gewinnen. „Dieser Wertschätzung, die Sie sich -
oft unter Einsatz Ihrer Gesundheit und Ihres Lebens - hart verdienen müssen,
schließe ich mich voll und ganz an“, sagte der Innenminister.
Durch die Festnahmen der drei Tatverdächtigen im September
2007 habe die Polizei einen schrecklichen Anschlag gerade noch rechtzeitig
verhindert. Dieser große Erfolg der Sicherheitsbehörden sei das Ergebnis einer
hervorragenden Zusammenarbeit aller Beteiligten in Bund und Ländern. Er mache
aber auch unmissverständlich klar, dass Deutschland nicht mehr nur abstrakt
bedroht sei. „Deutschland ist zum Vorbereitungs- und zum Zielraum für Anschläge
islamistischer Terroristen geworden“, so Rech. Es sei ihm wichtig, die
Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner über diese Bedrohungslage zu informieren
und zu sensibilisieren.
Die Feuerwehren würden ein breites und anspruchsvolles
Aufgabenspektrum abdecken. Um all dies zu schultern, brauchten sie Vertrauen,
Unterstützung und Planungssicherheit. Deshalb seien für die Zukunft stabile
Finanzen, zeitgemäße Technik, positive Mitgliederzahlen und ein Netzwerk im
Bevölkerungsschutz wichtig. Beim Geld seien die Politiker gefordert. Dessen sei
sich die Landesregierung bewusst. Trotz aller Sparzwänge und trotz des Ziels,
Schulden abzubauen, wäre in den letzten Jahren vieles für die Feuerwehren
bewirken worden. Im Staatshaushaltsplan für das laufende Jahr seien 45
Millionen Euro und für das kommende Jahr 46 Millionen Euro veranschlagt.
Wer bei Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei von
leistungsfähiger Technik spreche, dürfe das Thema BOS-Digitalfunk nicht
auslassen. „Der Digitalfunk kommt – und er kommt in Baden-Württemberg mit
großen Schritten“, sagte Rech. Das bundesweite Einführungskonzept sei
beschlossen worden. Das Land stelle das Funknetz den Feuerwehren unentgeltlich
zur Verfügung. Den Gemeinden verbleibe somit die Beschaffung der Endgeräte des
bisherigen Vier-Meter-Wellenbereichs. Dafür sei ein Sonderförderprogramm
„Digitalfunk“ in Höhe von rund 6,8 Millionen Euro aufgelegt worden.
„Eine wichtige Säule unserer Feuerwehren sind
stabile Mitgliedszahlen. Die langfristige Sicherung des Personalbestandes
gehört zu den zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre“, sagte
Innenminister Rech. Erfreulicherweise sei die Mitgliederzahl der Feuerwehren
landesweit nahezu konstant geblieben. Im Jahr 2002 seien es 109.268
Feuerwehrangehörige gewesen, im vergangenen Jahr 108.412. „Die
Jugendfeuerwehren sind unsere Zukunft“, so Rech. Wenn es gelinge, die
Jugendfeuerwehr weiterhin als attraktive Jugendorganisation zu präsentieren,
würden aus ihren Reihen langfristig einen Großteil der Feuerwehrangehörigen
rekrutiert werden können. Er werde die Jugendfeuerwehr dabei nach Kräften unterstützen.
Viel Bewegung gebe es derzeit bei der Neustrukturierung des
Zivilschutzes. Der Katastrophenschutz des Bundes solle nicht mehr nur am
Verteidigungsfall ausgerichtet sein, sondern auch an Naturkatastrophen und
terroristischen Gefahrenlagen. Der Bund hätte zunächst sein Finanzvolumen für
die Fahrzeugbeschaffungen von ehemals 857 Millionen Euro auf 388 Millionen Euro
- über zehn Jahre gerechnet - herunterfahren wollen. Dies wäre eine Reduzierung
von 66 Prozent gewesen. Baden-Württemberg hätte dies wegen eines geänderten
Verteilungsschlüssels mit nahezu 80 Prozent weniger Bundesfahrzeugen extrem
getroffen. Der Widerstand der Länder habe jedoch Wirkung gehabt. Der Bund
stelle zusätzlich zu seinem ursprünglichen Finanzvolumen von jährlich rund 37 Millionen
Euro nochmals 21 Millionen Euro zur Verfügung. Noch wichtiger sei, dass der
Brandschutz im Zivilschutzgesetz verankert bleibe. „Als Wermutstropfen bleibt
die Reduzierung der Bundesmittel auf zwei Drittel des bisherigen
Finanzvolumens“, sagte Rech.
„Ich danke allen, die unsere Feuerwehren
unterstützen“, sagte Innenminister Rech. Seien es Familienangehörigen,
Mitarbeiter in den Kommunen, Bürgermeister, Politiker in den Gemeinderäten, in
den Kreistagen, im Landtag, oder Arbeitgeber. Allen Angehörigen der
Feuerwehren, wünsche er, dass sie Ihren verantwortungsvollen Dienst an den
Bürgerinnen und Bürgern immer mit Freude und mit viel Erfolg ausüben könnten.
Vor allem wünsche er ihnen eine allzeit gesunde und wohlbehaltene Rückkehr von
ihren Einsätzen.
Quelle: Innenministerium
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