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Wenn in der Region die Erde
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Bericht
aus dem Reutlinger General-Anzeiger v0m 8. Oktober 2007 (icw)
Mehr als 300 Kräfte übten
in Wannweil den Ernstfall
Primär war es eine Übung
der Stäbe, aber auch die Feuerwehren zeigten am Samstag, dass im Notfall
Verlass auf sie ist. Entsprechend fiel das Lob von Landrat Thomas Reumann aus,
der das Engagement der Helfer vor Ort, aber auch im Landratsamt lobte.
Schon der Name »Seismo«
wies unmissverständlich darauf hin, um was es bei der Stabsrahmenübung ging: Um
ein Erdbeben, das für massive Schäden im Regierungsbezirk sorgte. Vom Beben
betroffen, so die Übungsannahme, war unter anderem die sogenannte
Nato-Pipeline, die die Tanklager Kehl, Bodelshausen und Aalen miteinander
verbindet.
Diese Leitung dient dem
Transport flüssiger Produkte von der französischen Grenze zu den
angeschlossenen Tanklagern. Überwacht wird die Leitung von der zentralen
Leitwarte in Idar-Oberstein, die auch die Leitstelle für Feuerwehr und
Rettungsdienst in Reutlingen informierte, welche wiederum die entsprechenden
Feuerwehren alarmierte. Das Technische Hilfswerk (THW) hatte zuvor dafür
gesorgt, dass eine giftgrüne, aber vollkommen ungefährliche Flüssigkeit am
Ortseingang von Wannweil in Richtung Kanalisation floss.
Während ein Hubschrauber der
Polizei über dem vermeintlichen Schadensobjekt kreiste, kümmerten sich die
Feuerwehrkräfte um Einsatzleiter Martin Reicherter von der Berufsfeuerwehr
Reutlingen um das vermeintlich freigesetzte Kerosin. Das bereitete dem
Feuerwehrmann wenig Kopfzerbrechen: »Mit einem Flammpunkt von 30 Grad liegt es
zwischen Heizöl und Superkraftstoff«, führte er aus. »Bei den derzeitigen
Temperaturen also gar kein Thema«, meinte er mit einem Blick aufs herbstliche
Wannweil. Mehr zu knabbern hätte er im Ernstfall an der Menge gehabt, die bis
zu 100 000 Litern betragen könnte. Aber, so merkte ein Sprecher der
Sicherheitsfirma an, die die Pipeline betreut, eine Leckage könne real nahezu
ausgeschlossen werden.
»Wer Bilder von Kobe gesehen hat,
weiß, wo unsere Grenzen sind«
Nichts desto Trotz rückten die
Feuerwehrmänner mit Schutzanzügen an, um das grün eingefärbte Wasser unter
Einbeziehung sämtlicher Sicherheitsmaßnahmen abzupumpen. Weil nicht
ausgeschlossen werden konnte, dass Kerosin in Richtung Echaz und Neckar gelangt
sein könnte, mussten die Feuerwehren Pliezhausen, Wannweil und
Kirchentellinsfurt Ölsperren errichten. Rund 250 Einsatzkräfte, so
Kreisbrandmeister Walter Herrmann, waren insgesamt im Einsatz. Im Ernstfall
wären es jedoch noch weitaus mehr gewesen, denn die Schadenslage in Wannweil
wäre nur eine von vielen im Landkreis gewesen, wie Feuerwehr-Pressesprecher
Hartmut Holder erklärte. Das Erdbeben 1978 rund um Albstadt habe gezeigt, vor
welche Probleme die Einsatzkräfte gestellt werden. Szenarien wie jüngst in
Japan seien zudem vielen in Erinnerung. »Wer Bilder von Kobe gesehen hat, weiß,
wo unsere Grenzen sind.«
Und so floss der Schweiß
nicht nur am Ortseingang von Wannweil, wo sich die Einsatzkräfte mit
Schläuchen, Pumpen und Schutzanzügen abrackerten. Sämtliche Meldungen aus dem
ganzen Landkreis liefen in der Feuerwache in Reutlingen zusammen, wo die
Disposition der Kräfte erfolgte.
Auch im Landratsamt in
Reutlingen herrschte um den Leiter der zentralen Verwaltung, Gerd Pflumm, rege
Betriebsamkeit. Rund 40 Personen testeten im Rahmen der Stabsrahmenübung den
Informationsaustausch zwischen allen Ebenen, probten die intensive direkte
Zusammenarbeit, und versuchten sich an der Optimierung der EDV-Anwendungen.
Gerade da saß der Teufel im
Detail, weil prompt ein wichtiger Bildschirm eines Sichters streikte. Ein
Fachmann war aber schnell zu Stelle, sodass Landrat Thomas Reumann voll des
Lobes war. Ihn beeindruckte insbesondere das »faszinierende Engagement« aller
Beteiligten. In den nächsten Wochen werden alle Berichte der einzelnen
Stationen ausgewertet, sodass die daraus gewonnenen Erkenntnisse in die
Alarmpläne der Feuerwehren und Stäbe einfließen können. (icw)
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