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Feuerwehr - Kreisübergreifende Übung bei Bosch



Feuerwehr - Kreisübergreifende Übung bei Bosch im Werk Kusterdingen mit annähernd 300 Einsatzkräften
Pro Sekunde hundert Liter Wasser
VON DIETER REISNER



REUTLINGEN. Sie sind die Ersten am Feuer. Dirk Grießinger und Thomas Brändle kämpfen minutenlang gegen die Flammen. Die beiden Mitglieder der Freiwilligen Bosch Werksfeuerwehr eröffnen am Samstagmorgen das Übungsszenario auf dem Firmengelände im Industriegebiet West. Der angenommene Fall: Beim Betanken gerät ein Lastwagen durch einen technischen Defekt in Brand, der sich weiter auf die Gebäude und Tankanlage ausbreitet.

Übung in großem Stil: Ein in Brand geratener Lastwagen musste gelöscht und Verletzte geborgen werden. Sie wurden anschließend medizinisch versorgt.

FOTO: DIETER REISNER

Die Werksfeuerwehr ist überfordert und alarmiert die Kollegen aus Reutlingen, Tübingen und Kusterdingen. Insgesamt gilt es bei der Übung 15 Verletzte zu bergen. Der Rettungsdienst ist mit 50 Männer und Frauen dabei, drei Notärzte kommen zu Hilfe. Ein Notfallkoordinationsteam des Unternehmens sorgt für die Kommunikation mit den Medien.

Rund 300 Einsatzkräfte aus den verschiedenen Bereichen und zwei Landkreisen proben erstmals gemeinsam den Ernstfall in einem großen Industriebetrieb. 31 Fahrzeuge der Feuerwehr sind unterwegs. Zwei Stunden dauert die Übung bei widrigen äußeren Bedingungen. Mit Wasserwerfern und etlichen Löschtrupps bewässern die Feuerwehren Gebäude und Gelände. »100 Liter Wasser pro Sekunde gingen da zeitweise durch die Rohre«, so Rainer Wenke, Kommandant der Werksfeuerwehr und Gesamtleiter der Übung.

Die Szenerie erinnerte an den Brand im Rommelsbacher Bosch-Werk. Die Katastrophe an Silvester 2006, die einen Schaden laut Unternehmen von rund 20 Millionen Euro verursacht hatte, war einer der Gründe für Wenke, die Großübung durchzuführen. Nicht alles lief nämlich am 31. Dezember 2006 glatt: Die Kommunikation mit der Presse beispielsweise. Also richtete der Konzern ein Notfallkoordinationsteam ein, das erstmals im Einsatz war.

Umgang war ungewohnt

»Das Zusammenspiel verschiedener Kräfte aus verschiedenen Landkreisen sollte getestet und Erfahrungen gesammelt werden. Ein wichtiger Aspekt war aber auch die Überprüfung der Löschwasserversorgung. Da kommen wir nämlich an die Grenze«, so der Kommandant. »Auf Führungsebene haben wir problemlos zusammengearbeitet. Mit den Kollegen aus dem Tübinger Landkreis war der Umgang noch ungewohnt, weil man sich halt nicht kennt. Aber das gibt sich.«

Über Einzelheiten der Übung wollte Wenke noch nicht viel sagen, »weil wir das erst noch auswerten müssen.« Auch Harald Hermann hielt sich mit vorläufiger Manöverkritik zurück. Der Reutlinger Feuerwehrchef war als Beobachter vor Ort.

»Das operative Geschäft wird beherrscht«, lobte der Brandoberrat die Einsatzkräfte und machte deutlich: »Innerhalb weniger Minuten müssen 300 Leute an ihren Einsatzort geführt werden. Das heißt viel Abstimmung, viel Kommunikation, viel Stress.« Lisa Federle, die als Notärztin den Rettungsdienst beider Landkreise leitete, bewertete die Aktion positiv. »Wir haben gut miteinander gearbeitet. Im Notfall kennt man die Leute ja auch nicht.«

Weitere Fotos über die Übung gibt es im Internet (GEA)
www.gea.de/detail/857188





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