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Feuerwehr fühlen: Blinde und stark sehbehinderte Menschen zu Besuch bei der Reutlinger Feuerwehr



In Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Ost-Baden-Württemberg e.V. – Ortsgruppe Reutlingen-Tübingen veranstaltete die Feuerwehr Reutlingen erstmals eine Informationsveranstaltung für blinde und stark sehbehinderter Menschen. Dank eines Programms, das speziell für blinde oder stark sehbehinderte Menschen entwickelt wurde, können sich nun auch Blinde und Sehbehinderte durch fühlen und tasten ein „Bild“ von der Feuerwehr machen.

Erfahren in der Planung und Durchführung von Wachführungen und Brandschutzveranstaltungen für sehende Menschen aller Alterstufen, stellt die Gruppe blinder oder stark sehbehinderter Menschen für die Feuerwehr eine besondere Herausforderung dar. Jürgen Frei und Stefan Prax, zwei in der Brandschutzunterweisung erfahrene Mitarbeiter der Reutlinger Berufsfeuerwehr, stellten sich dieser Herausforderung und entwickelten im Einvernehmen mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband ein Besuchsprogramm, das speziell auf blinde oder stark sehbehinderte Menschen ausgerichtet ist.

Bei der Begehung der Reutlinger Feuerwache orientierten sich die blinden und stark sehbehinderten Besucher mit dem Blindenstock entlang einer speziell für sie ausgelegten Schlauchleitung, die als Wegweiser durch die Fahrzeughallen und Werkstätten der Feuerwache führte. Im Verlauf der dreistündigen Veranstaltung konnten sich die Besucher eingehend über die Feuerwehr und ihre Aufgaben im Brandschutz informieren. Tipps und Hinweise zum Brandschutz im Haushalt und das Verhalten im Brandfall rundeten die Informationsveranstaltung ab. Löschfahrzeuge, Löschgeräte und die Schutzkleidung der Feuerwehrleute wurden so präsentiert, dass die Besucher durch tasten und fühlen einen plastischen Eindruck von diesen Gegenständen gewinnen konnten. Auch konnten die Besucher selbst aktiv werden. Beim Programmpunkt „Hitze fühlen und spüren“ wurde den Besuchern die Gelegenheit geboten sich mit den physikalischen Eigenschaften des Feuers zu befassen. Dazu wurden auf einem Blech drei unterschiedlich hohe Kerzen entzündet. Die Aufgabe war, sich mit der Hand der Flamme zu nähern und dabei anhand der Hitze abzuschätzen wie weit die Hand noch etwa von der Flamme entfernt ist. Dass sich mancher dabei verschätzte, zeigte dass diese Aufgabe nicht einfach zu bewältigen war. Welch enorme Hitze aber bei einer Verpuffung entstehen kann, wurde den Besuchern durch eine modellhafte Fettexplosion demonstriert, die dann eintreten kann, wenn versucht wird brennendes Speisefett mit Wasser abzulöschen. Das zum Löschen eines Brandes auch Kraft benötigt wird, davon konnten sich die Besucher beim Einsatz eines Strahlrohres überzeugen. Am Ende der Veranstaltung dankten die Besucher der Feuerwehr für die hervorragend gelungene Gestaltung der informativen Führung.

Bildbeschreibung Bild 1: Feuerwehrschläuche führen als roter Faden von Station zu Station
Bildbeschreibung Bild 2: Ausrüstungsgegenstände werden ertastet
Bildbeschreibung Bild 3: Die Dimensionen eines Löschfahrzeuges werden ertastet






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