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Feuerrotes Zeichen der Anerkennung



Auszeichnung - Erstmals Medaille »Partner der Feuerwehr« für Reutlinger Unternehmer, die Freiwillige unterstützen
VON ULRIKE GLAGE, Reutlinger General-Anzeiger

Die einen helfen im Tafelladen, andere machen sich für Kinder oder Alte stark, wieder andere pflegen öffentliche Grünflächen: Die Zahl derer, die sich in den verschiedensten Bereichen in Reutlingen engagieren, ist hoch. Ihr ehrenamtlicher Einsatz wird, da nutzbringend, oft und gerne öffentlich gewürdigt. Dass sich Menschen für die Sicherheit anderer einsetzen, scheint dagegen eine Selbstverständlichkeit zu sein: Vom Engagement Freiwilliger Feuerwehrleute ist selten die Rede. Sollte es aber sein, fand der Deutsche Feuerwehrverband, und stiftete eine neue Förderplakette.

Die wurde jetzt erstmals in Reutlingen vergeben. Nicht direkt an die Freiwilligen, sondern an Betriebe, die das Engagement ihrer Mitarbeiter für die Feuerwehr in besonderer Weise unterstützen. Wer seine Beschäftigten immer wieder freistellt, damit sie an Übungen oder Schulungen teilnehmen können, wer in Kauf nimmt, dass bei einem Alarm Maschinen stillstehen oder die Baustelle mangels Mitarbeiter für Stunden verwaist, der hat, so Finanzbürgermeister Peter Rist in seiner Laudatio, ein sichtbares Zeichen der Anerkennung verdient. Die gab es in Form von Urkunden nebst feuerrotem Schild »Partner der Feuerwehr«. Verliehen wurden sie stilgerecht in der Feuerwache, inmitten von blitzenden Einsatzfahrzeugen und mit einem guten Tropfen, wahlweise Selters, zum Anstoßen auf die Premiere.

Der Feuerwehrausschuss hatte im Vorfeld die Qual der Wahl. Immerhin kamen 26 private und fünf öffentliche Reutlinger Betriebe für die Auszeichnung in Frage. Vier wurden schließlich auserkoren - Unternehmen, wie Feuerwehrchef Harald Herrmann erklärte, die »in besonders vorbildlicher Weise die Reutlinger Feuerwehr unterstützen«, also beispielsweise seit langen Jahren Freiwillige Feuerwehrleute beschäftigen oder derer besonders viele.

Ausgezeichnet wurden die Mittelstädter Firma KB Knecht, Holzbau Renz aus Ohmenhausen sowie die Reutlinger »Global Player«, wie Peter Rist es ausdrückte, Stoll und Wafios.

»Wenn man heute die 112 wählt, ist es selbstverständlich, dass acht Minuten später die Löschfahrzeuge vor der Tür stehen und ausgebildetes Personal rausspringt«, machte Hermann den Stellenwert des freiwilligen Einsatzes deutlich. Was dahinter an Leistung, Organisation, Technik und vor allem an Menschen stehe, werde aber viel zu wenig bedacht.

Standortfaktor Sicherheit

Reutlingen ist Modellstadt für das Projekt »corporate citizenship«, erinnerte Rist, und ging in diesem Zusammenhang auf eine Umfrage ein, in der das Engagement der hier ansässigen Unternehmen fürs Gemeinwohl abgeklopft wurde. Da seien die verschiedensten Felder angekreuzt worden - Fehlanzeige nur bei der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. »Ein Manko«, meinte Rist. Schon deshalb, weil die öffentliche Sicherheit ein wichtiger Standortfaktor sei.

Umso höher seine Wertschätzung fürs Engagement der Freiwilligen Wehr. »Die Besonderheit ist, dass der Einsatz unvorhersehbar und auch für den Arbeitgeber nicht kalkulierbar ist.« Wer die Feuerwehr unterstütze, unterstütze gleichzeitig auch andere Bereiche. Schließlich werde die Wehr nicht nur bei Bränden und anderen Katastrophen aktiv, sondern beispielsweise auch in der Jugendarbeit oder im Umweltschutz. Andererseits sei jedes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ein Gewinn für die Betriebe: »Sie lernen Belastbarkeit, Durchhaltevermögen, Flexibilität und soziale Kompetenz.«

Was natürlich auch für die Mitarbeiter der ausgezeichneten Betriebe gilt. Von acht Beschäftigten sind bei der Firma Renz zwei Mitglieder bei der Freiwilligen Feuerwehr Reutlingen im Einsatz; vier von etwa 70 Beschäftigten bei Knecht; sieben von 735 bei Stoll und sechs von 800 bei Wafios. Gar nicht mit eingerechnet sind in dieser Statistik die Firmenmitarbeiter, die bei den Freiwilligen Feuerwehren in anderen Städten engagiert sind. (GEA)







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