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Unverändert Gefahr im Wald

Wald in Baden-Württemberg kommt bei Orkan Kyrill mit verhältnismäßig geringen Schäden davon.

Der Orkan Kyrill verursachte landesweit nur verhältnismäßig geringe Schäden im Wald. Insgesamt sind in den am stärksten betroffenen Regionen in Nordbaden und im Schwarzwald nach ersten sehr groben Schätzungen deutlich weniger als 500.000 Kubikmeter Sturmholz angefallen, dies entspricht nicht einmal fünf Prozent des normalen jährlichen Holzeinschlages", sagte der baden-württembergische Forstminister, Peter Hauk MdL, am Freitag (19. Januar) in Berlin.

Wir können aber noch keine abschließende Bilanz ziehen. Die Förster und Waldarbeiter sind im Moment in Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und dem Technischen Hilfswerk dabei die Straßen und Bahnlinien von umgestürzten Bäumen zu befreien, Maßnahmen in den Wäldern stehen aktuell noch im Hintergrund", so Minister Hauk.

Mit dem Orkan Kyrill wird Baden-Württemberg zum wiederholten Male von einem schweren Sturm getroffen, auch wenn die Sturmschäden im Wald deutlich geringer ausfallen als beim Orkan Lothar am 26. Dezember 1999, der im Land insgesamt 30 Millionen Kubikmeter Schadholz hinterlassen hat.

In den nächsten Tagen sollten Waldgebiete unbedingt gemieden werden, auf keinen Fall dürfen Sturmwurfflächen betreten werde. Es besteht unverändert Lebensgefahr! Bei der Aufarbeitung der Schäden in den Wäldern und entlang der Straßen muss sehr sorgfältig vorgegangen werden. Dies ist Arbeit für die Profis" warnte Hauk .

Die bisher bekannten Sturmholzmengen sind für den Holzmarkt keinerlei Belastung, das Holz kann zu größten Teilen unverändert als Bauholz und für die energetische Nutzung verwendet werden. "Ich gehe davon aus, dass die Mengen problemlos auf dem Markt abgesetzt werden können. Derzeit herrscht glücklicherweise eine hervorragende Konjunktur am Holzmarkt" führte Minister Hauk weiter aus.

Auch wenn wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind, dürfen wir nicht zur Tagesordnung übergehen. Wir spüren derzeit mit brutaler Härte die Auswirkungen der globalen Klimaveränderung . Wir müssen hier energisch gegensteuern, gerade der Wald leidet darunter in mehrfacher Sicht" so der Minister und Forstwissenschaftler Peter Hauk .

Trockenstress im Sommer, milde Winter, Stürme und die unverändert bestehenden Belastungen durch Luftschadstoffe gefährden das Ökosystem Wald. Diesem begegnen wir durch angepasste Waldbaukonzepte. Stabile Mischwälder helfen uns diese Risiken zu minimieren. Durch umfangreiche Forschungsarbeiten in den letzten Jahren konnten wir hier wichtige Grundlagen erarbeiten" führte Hauk aus. Die Erfahrungen der letzten Stürme wurden durch die Landesforstverwaltung und die forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg aufgearbeitet und in einem Sturmschadenshandbuch dokumentiert. Diese Informationen und weitere wichtige Forschungsergebnisse unter anderen zu modernen Waldbaukonzepten und der Aufarbeitung von Sturmholz finden sich auf einer Internetplattform ( www.waldwissen.net Menüpunkt "Sturm und Windwurf").

Hintergrundinformation:

Unter dem Namen Waldwissen werden durch verschiedene Forschungseinrichtungen aktuelle Ergebnisse über eine zentrale Internetplattform publiziert und der Wissenstransfer für die Praxis hergestellt. Durch die Forstverwaltung Baden-Württemberg wurden dabei die Erfahrungen des Orkan Lothar aufgearbeitet und als Handlungsanweisungen für künftige Schadensfälle bereit gestellt .

Quelle:
Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum



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