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Zivilschutz-Konzeption:
Schäuble sagt Gespräche zu |
Innenminister
beim Feuerwehr-Verbandstag / Resolution der DFV-Delegierten
Büsum – Das Ringen um die künftige Zivilschutz-Konzeption
hat den 3. Deutschen Feuerwehrverbandstag in Büsum (Schleswig-Holstein)
dominiert. Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble sagte dem Deutschen
Feuerwehrverband (DFV) bei der Delegiertenversammlung Gespräche zu. Sein Ziel
sei die Einigung mit den Ländern über ein fachlich plausibles Konzept bis zur
Frühjahrskonferenz 2007 der Innenminister. Der DFV lehnt Planungen für einen
Ausstieg des Bundes aus dem Fachdienst Brandschutz mit derzeit 1745
Einsatzfahrzeugen ab.

Bundesinnenmininister Dr. Wolfgang Schäuble (v.l.)
mit DFV-Präsident Hans-Peter Kröger und Vizepräsident Albrecht Broemme. Foto:
Holger Bauer/DFV
Die 53. Delegiertenversammlung appellierte in einer
Resolution geschlossen an den Bund, den Fachdienst Brandschutz im Zivilschutz
zu erhalten und zu modernisieren. DFV-Präsident Hans-Peter Kröger schlug die
gemeinsame Finanzierung zeitgemäßer Löschfahrzeuge vom Typ LF 16 KatS durch
Bund, Länder und Kommunen vor. „Mit operativem Sachverstand haben die vorliegenden
Pläne vom Grünen Tisch nichts zu tun. Der Kopf ist rund, damit die Gedanken
ihre Richtung ändern können“, sagte Kröger unter dem Applaus der 160
Delegierten.
Fusion von Bundesamt für Bevölkerungsschutz mit BBK
vom Tisch
Bundesinnenminister Schäuble sagte zu den
Feuerwehr-Führungskräften: „Ich versichere Ihnen, dass die bewährten Strukturen
des Katastrophenschutzes erhalten bleiben und dass wir die Belange des
Ehrenamtes berücksichtigen werden.“ In seiner Rede nahm Schäuble die Länder in
die Pflicht und forderte eine Koordinierungskompetenz des Bundes bei
Großschadenslagen. Er unterstütze die Initiative des Feuerwehrverbandes,
Bürgerinnen und Bürger in solchen Situationen künftig auch mit Rauchmeldern
über einen Weckeffekt zu warnen.
Verworfen seien Pläne, das Bundesamt für
Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) mit der Bundesanstalt
Technisches Hilfswerk (THW) zusammenzulegen. Es sei „institutionell falsch“,
eine der beteiligten Organisationen im Zivil- und Katastrophenschutz mit dieser
Koordinierungsfunktion für alle Organisationen zu betrauen, sagte Innenminister
Schäuble. Dies könne zu Missverständnissen führen. Statt dessen erwarte er eine
Effizienzsteigerung beim BBK.
Das Präsidium des Deutschen Feuerwehrverbandes mit
Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble (4.v.l.). Foto: Holger Bauer/DFV
Feuerwehr-Delegierte gegen Einschnitte beim
Unfallschutz
Drohende Einschnitte bei der Unfallversicherung und
die Reform des Gemeinnützigkeitsrechts waren weitere inhaltliche Themen der 53.
Delegiertenversammlung. Das höchste DFV-Gremium mit Vertretern aus den 18
Mitgliedsorganisationen verabschiedete auch dazu einmütig Resolutionen mit dem
Ziel, den Schutz für Feuerwehrleute zu erhalten sowie die Arbeit der
Feuerwehrvereine und -verbände abzusichern, die den Brandschutz unterstützen.
Als neuen Vizepräsidenten für den Bereich Berufsfeuerwehren
wählte die Delegiertenversammlung Branddirektor Ludwig Geiger (52) aus Gera. Er
folgt Albrecht Broemme nach, der nach seiner Berufung zum THW-Präsidenten das
Amt aufgab und zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Der bei der Deutschen
Jugendfeuerwehr gewählte Bundesjugendleiter Hans-Peter Schäfer und
Stellvertreter Andreas Huhn wurden durch die Versammlung in ihren Ämtern
bestätigt.
Die Delegierten entlasteten Präsidium und
Geschäftsführung und verabschiedeten die Haushaltspläne des Deutschen Feuerwehrverbandes
und der Deutschen Jugendfeuerwehr. Außerdem beschlossen sie mehrheitlich eine
neue Beitrags- und Finanzierungsordnung. Sie sieht erstmals einen einheitlichen
Sockelbetrag für alle DFV-Mitgliedsverbände sowie einen nach Anzahl der
vertretenen Feuerwehrangehörigen gestaffelten Pro-Kopf-Beitrag mit
Kappungsgrenze vor. Das neue Regelwerk tritt zum 1. Januar 2007 in Kraft.
DFV-Präsident Kröger zog eine positive Bilanz der
Verbandsarbeit im laufenden Jahr, die geprägt war durch Kontaktarbeit in Berlin
und Brüssel. „Wir sind angekommen in der inhaltlichen Neuausrichtung unseres
Verbandes mit effektiver Fach-, Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit. Wir sind
angekommen in der finanziellen Konsolidierung“, sagte der Feuerwehr-Präsident.
Die Schnittpunkte mit der Bundespolitik seien so vielfältig wie nie, sie seien
sowohl von Kooperation als auch von Konflikten geprägt.
„Wir wollen uns auch künftig um die Dinge kümmern,
die die Feuerwehrfrau und den Feuerwehrmann an der Basis berühren. Wir wollen
einen DFV, der bis in jede Feuerwehr hinein spürbar ist“, versprach Kröger.
Mehr als 500 Teilnehmer beim 3. Deutschen
Feuerwehr-Verbandstag
Rund 50 Gäste aus Politik, Verwaltung und
Wirtschaft verfolgten die 53. Delegiertenversammlung des Deutschen
Feuerwehrverbandes. Sie fand im Rahmen des 3. Deutschen Feuerwehr-Verbandstages
mit insgesamt mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Deutschland
statt.
Bei einem Länderabend wurde Schleswig-Holsteins
Landesbrandmeister Uwe Eisenschmidt feierlich verabschiedet.
Landesinnenminister Ralf Stegner führte Nachfolger Detlef Radtke in das Amt
ein.
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