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Ehrenmitglied
Oberbürgermeister a.D.
Dr. Oechsle gestorben |
In den frühen Morgenstunden des
28.11.2006 verstarb das Ehrenmitglied der Reutlinger
Feuerwehr,
Herr Oberbürgermeister a. D. Dr. Manfred Oechsle
im Alter von 72 Jahren. Die
Reutlinger Feuerwehr trauert um Manfred Oechsle, der zum
Ende seiner aktiven Dientzeit im Jahre 1995
mit der Ehrenmitgliedschaft der Feuerwehr ausgezeichnet wurde.

Von 1973 bis zu seinem krankheitsbedingten Ausscheiden 1994 hat Dr. Manfred Oechsle die Geschicke der Stadt
Reutlingen als Oberbürgermeister gelenkt. In diesen 21
Jahren hat er bleibende
Spuren in der Geschichte Reutlingens hinterlassen. Er hat diese Stadt geprägt.
Der promovierte Jurist,
Verwaltungsmann und zuvor junger Landrat, der den Altkreis Münsingen bis zur
Kreisreform 1972 vier Jahre leitete, wurde vor 33 Jahren zum ersten Mal als
Oberbürgermeister gewählt. Damit begann eine neue Epoche für Reutlingen.
Nicht nur weil die Ära
Kalbfell vorbei war und mit dem 39-jährigen Oechsle ein jüngerer Mann an die
Spitze der Stadt kam, sondern weil sein Amtsantritt mit einer Strukturkrise der
Bundesrepublik zusammenfiel. Die Phase des Wiederaufbaus nach dem Krieg, die
Phase des Ärmelaufkrempelns und Anpackens in diesem Sinne, war beendet. Die
Trümmer waren auch in Reutlingen beseitigt, die Wirtschaft in Gang gebracht,
Wohnungen für Zigtausende, darunter viele Vertriebene und Flüchtlinge, waren
erbaut, ebenso Schulen, Kindergärten und Sportstätten. Jetzt galt es, das
Erreichte zu sichern und auszubauen. Das war eine gewaltige Aufgabe für Dr.
Oechsle und seine Verwaltung.
Der Name Manfred Oechsle ist auch
eng mit den Reutlinger Bezirksgemeinden verbunden. Er leitete persönlich die
nicht immer einfachen Gespräche mit Rommelsbach und Mittelstadt, um sie für einen
Zusammenschluss mit Reutlingen zu gewinnen. Ebenfalls mit Erfolg steuerte
Oechsle die Integration der anderen Teilorte, die wenige Jahre zuvor ihre
Eingemeindungsverträge unterschrieben hatten.
Damit spielte Manfred Oechsle eine
bedeutende Rolle für die Abteilungen der Reutlinger Feuerwehr. Er schuf die
Voraussetzungen, dass alle Abteilungen zu einer schlagkräftigen Feuerwehr
zusammenwachsen konnten und trotzdem ihre Eigenständigkeit im
gesellschaftlichen Leben der Ortsteile erhalten durften.
Dr. Oechsle setzte sich auch
maßgeblich für die schnelle Ausrüstung aller Abteilungen nach der
Gemeindereform ein, um einen gleichen Standard in allen 13 Abteilungen der
Reutlinger Feuerwehr erreichen zu können. Die Leitung der Reutlinger Feuerwehr
fand bei Ihm immer ein offenes Ohr, um diese Ziele erreichen zu können.
Unter seiner Leitung wurden neue
Feuerwehrhäuser in den Stadtteilen Oferdingen, Gönningen und Bronnweiler gebaut
sowie die Feuerwehrgebäude in Altenburg, Betzingen, Ohmenhausen,
Mittelstadt, und Reicheneck saniert. In
Altenburg und Rommelsbach sind Anbauten an die bestehenden Feuerwehrgebäude
entstanden.
1987 wurde die ständige
Berufsfeuerwache, dem Vorläufer der heutigen Abteilung Berufsfeuerwehr
eingerichtet und damit auch eine richtungsweisende Entscheidung hinsichtlich
der Feuerwehrstrukturen getroffen.
Dr. Oechsle war neben seiner
Funktion als Vorgesetzter auch Wegbegleiter, Ratgeber, Berater und Freund für
viele Feuerwehrangehörige, auch in schwierigen Situationen.
Die Reutlinger Feuerwehr verneigt
sich in Dankbarkeit und Ehrfurcht vor einer großen Persönlichkeit und ihrem
Ehrenmitglied. Manfred Oechsle hat Maßstäbe gesetzt, die für uns auch in
Zukunft Verpflichtung sein werden.
Auszeichnungen und Ehrungen
bedeuteten Herrn Dr. Oechsle nicht viel; für Ihn war es immer Pflichterfüllung
im Amt. Daher sind die Feuerwehrangehörigen in ganz Reutlingen besonders Stolz,
dass Dr. .Manfred Oechsle die
Ehrenmitgliedschaft der Feuerwehr angenommen hat und dadurch einer von ihnen wurde.
Unser Mitgefühl gilt den Menschen,
die er nun zurück lassen musste, seiner Frau und seinen Kindern und deren Familien.
Die Reutlinger Feuerwehr wird Herrn Dr. Oechsle in guter Erinnerung behalten.
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