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Hauptversammlung der
Reutlinger Feuerwehr |
Anlässlich der Hauptversammlung der Feuerwehr Reutlingen
stellte Feuerwehrkommandant Harald Herrmann gestern Abend vor rund 350 Angehörigen der Berufsfeuerwehr, der
Freiwilligen Feuerwehrabteilungen, der Jugendfeuerwehr und der Altersabteilung
die Einsatzzahlen des vergangenen Jahres vor und zog für die Feuerwehr
Reutlingen eine positive Bilanz für das Jahr 2005. Oberbrandmeister Gerhard Nagel wurde zum neuen Stellvertretenden
Freiwilligen Feuerwehrkommandanten gewählt.
Als Gäste konnte Herrmann in der Fahrzeughalle der
Feuerwache die Landtagsabgeordneten, Herrn Staatssekretär Dieter Hillebrand
(CDU) und Herrn Rudolf Hausmann (SPD) begrüßen.
Neben der Oberbürgermeisterin Barbara Bosch und
Bürgermeister Peter Rist waren eine ganze Reihe von Stadträtinnen und
Stadträte, sieben Bezirksbürgermeister, der Leiter der Polizeidirektion, der
Stv. Leiter des Polizeireviers, der Rettungsdienstleiter und die Vertreter
der Hilfsorganisationen, vom DRK-OV,
dem THW, der DLRG und der Bergwacht anwesend.
Der Stellvertretende Feuerwehrkommandant Helmut Kober führte
durch die Tagesordnung und handelte die Regularien ab.
Stadtbrandrat Harald Herrmann erläuterte ausführlich und
multimedial seinen Bericht.
1.138 Mal musste die Reutlinger Feuerwehr im vergangenen
Jahr ausrücken. Davon mussten
245 Brände bekämpft werden,
640 Technischen Hilfeleistungen
bewältigt und zu
253 Fehleinsätzen ausgerückt werden.
Dabei wurden 143 Menschen gerettet, 12 Personen konnten nur
noch tot geborgen werden. Die vom Gemeinderat festgelegte Hilfsfrist konnte in
87 % der Fälle in der Gefahrenabwehrstufe 2 eingehalten werden. Ein Wert, der
aufgrund der Ausdehnung des Stadtgebietes fast nicht mehr verbessert werden
könne.
Als besondere Einsätze nannte Herrmann die
Großbrände in Steinhilben und Walddofhäslach, die Dachstuhlbrände in
Ohmenhausen, Gönningen und Rommelsbach sowie die Tanklastzugunfälle und der
Uracher und Sirchinger Steige sowie den Hochwassereinsatz im Stadtbezirk
Mittelstadt.
Sorge bereitete dem Kommandanten die erstmal
wieder sinkende Zahl der Feuerwehrangehörigen in den Freiwilligen
Feuerwehrabteilungen. Aus diesem Grunde müsse im Jahre 2006 - neben einer guten
Jugendarbeit – alles für das Ehrenamt in der Feuerwehr getan werden.
Er kündigte eine Werbekampagne mit einem professionellen Büro für die
Freiwillige Feuerwehr an. Für die seit
längerem im Dienst befindlichen Feuerwehrangehörigen müssen Anreize geschaffen
werden, wieder länger im aktiven Dienst zu bleiben. Gespräche mit dem Bürgermeisteramt,
mit dem Ziel eine zusätzliche „Rentenleistung“ – ähnlich wie in der Stadt
Böblingen bereits eingeführt – seien begonnen worden. Ebenso müsste mit den
Arbeitgebern kommuniziert werden, welche Vorteile es habe, Angehörige der
Freiwilligen Feuerwehr zu beschäftigen.
Die Mannschaft und das
Führungspersonal seien gut ausgebildet. Über 380 Regeldienste wurden in den
Feuerwehrabteilungen geleistet; dazu ein Grundausbildungslehrgang für die
Freiwillige Feuerwehr, Einsatztraining in der Mobilen Brandübungsanlage, in der
Atemschutzübungsanlage sowie Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule und anderen
Bildungseinrichtungen durchgeführt worden.
Die Einsatzübungen im
Behindertenheim Rappersthofen und im Ursulabergtunnel hätten für die Einsatzplanung, Einsatzleitung,
Einsatztaktik und der Ausbildung in den unterschiedlichen Ebenen wichtige
Erkenntnisse gebracht.
Herrmann bestätigte seiner
Führungsmannschaft, von den Gruppenführern bis zu den Abteilungskommandanten,
dass sie einen knochenharten Job gemacht und ihre Führungsaufgaben mit Bravur
gelöst haben.
Harald Herrmann rief seine
Mannschaft dazu auf, bei der Aktion „fit for fire fighting“ weiter mitzumachen
und sich für den Feuerwehrdienst fit zu halten. Er warb für das Ziel, am 2. Duathlon am 31. Juli 2006 mit rund 150
Teilnehmern der Reutlinger Wehr an den
Start zu gehen.
Die Technik der Feuerwehr ist nach
den Worten des Kommandanten auf einem aktuellen Stand. Auch in finanziell
schwierigen Zeiten hätten notwendige Ersatzbeschaffungen getätigt werden
können.
Eine Drehleiter, die im Haushalt
2004 bestellt wurde, konnte in Dienst genommen werden, die Ersatzbeschaffung
eines Tanklöschfahrzeuges TLF 20/40-S vom Finanzausschuss beschlossen werden.
Die Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Betzingen, Sondelfingen, Mittelstadt
und Bronnweiler konnten mit Mannschaftstransportfahrzeugen ausgestattet werden.
Stadtbrandrat Harald Herrmann ging
weiter darauf ein, dass durch die Abstimmung der Ausrüstung und
Einsatzmittellager sowie der verstärkten Zusammenarbeit im Strahlenschutz mit
den Nachbarfeuerwehren eine Reduzierung der Ausrüstung von Zugstärke auf
Gruppenstärke erreicht werden konnte.
Als Ausblick auf 2006 sprach er die
Vorbereitungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, das Stadtfest und das
Fest der Nationen an. Bei den WM -
Spielen in Stuttgart soll die Dekontamination von Personen bei ABC-Lagen von
der Reutlinger Feuerwehr zusammen mit den Wehren aus Stuttgart, Mannheim,
Karlsruhe, Pforzheim und Ravensburg übernommen werden.
Im Oktober wird der
Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg seine Verbandsversammlung in
Reutlingen durchführen.
Zum Schluss seines Berichtes
stellte Harald Herrmann fest, dass die Feuerwehr auf ihre Aufgaben vorbereitet
und das Feuerwehrwesen in Reutlingen intakt ist. Die Ziele des Jahres 2005
seien erreicht worden, das Klima in der Wehr stimme. Er blicke daher mit großer
Zufriedenheit auf das abgelaufene Jahr zurück.
Oberbürgermeisterin Barbara Bosch
zeigte sich beeindruckt von den Einsatzstatistiken, die parallel zum
gesellschaftlichen Wandel laufen. Die Feuerwehr müsse immer öfter bei sozialen
Notlagen eingreifen, wo Menschen sich
nicht mehr selbst helfen könnten. Wie zum Beispiel eine ältere Frau, die mit
ihrem Stuhl umgefallen sei und sich selbst nicht mehr aufrichten konnte und
mehrere Stunden auf Hilfe warten musste.
Das Zwei-Säulen-Modell mit einer
starken Freiwilligen Feuerwehr und einer Berufsfeuerwehr sei effektiv und hätte
sich bewährt. Die Freiwillige Feuerwehr sei dabei das Rückrat der städtischen
Sicherheitsarchitektur.
Angesichts der Tragödie in Tübingen
sei für sie klar, dass es an der persönlichen Sicherheit der Feuerwehrleute
auch in Zukunft keine Abstriche geben dürfe, so die Oberbürgermeisterin. Auch
wen sonst überall gespart werden müsse. Kein Betrieb könne sich leisten, nicht
bei jeder Abteilung nachzufragen, wo was noch besser gemacht werden könne.
Bosch lobte hier die Feuerwehr, die von sich aus schaue, was noch effektiver
organisiert werden kann.
Nach 5 Jahren mussten die aktiven
Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr wieder ihren stellvertretenden
Kommandanten wählen. Helmut Dietrich gab sein Amt auf eigenen Wunsch ab. Im
zweiten Wahlgang wurde Gerhard Nagel aus Oferdingen mit 110 Stimmen gewählt.
Jan Drexelius aus Altenburg erhielt 63 Stimmen.
Am Ende der Versammlung ehrten Oberbürgermeisterin
Barbara Bosch und Feuerwehrkommandant Harald Herrmann noch vier verdiente
Feuerwehrangehörige.
Für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst erhielten das Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg in Silber
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Löschmeister Michael Braun Abteilung Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte
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Brandmeister Wolfgang Popp Abteilung Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte
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Löschmeister Peter Rempis Abteilung Freiwillige Feuerwehr Mittelstadt
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Hauptbrandmeister Volker Taigel Abteilung Berufsfeuerwehr
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