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FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006

von Organisationskomitee Deutschland
Pressemitteilung Nr. 17/2006 vom 06.02.2006

Der Aufsichtsrat des Organisationskomitees für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sieht keine Notwendigkeit für weitere Gespräche und Kontakte zur Stiftung Warentest. Bei seiner Sitzung am 3. Februar 2006 in Neu-Isenburg fasste das Gremium unter dem Vorsitz von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble einen einstimmigen Beschluss. Wolfgang Schäuble: "An den enorm hohen Sicherheitsstandards unserer WM-Stadien bestehen keine Zweifel." Diese Aussage traf der für den Sport zuständige Minister auch auf Basis eines Beschlusses der Fachkommission Bauaufsicht der Bauministerkonferenz.

Im Protokoll der Sitzung vom 25./26. Januar 2006 in Nürnberg wird explizit zu der von der Stiftung aufgestellten Behauptung Position bezogen, im Falle einer Panik müsse die Flucht in den Innenraum des Stadions erfolgen, weswegen den Stadien Berlin, Gelsenkirchen und Leipzig das Prädikat "mangelhaft" verliehen worden war. Der Beschluss der Fachkommission lautet: "Die Rettungswege müssen immer ins Freie zu den öffentlichen Verkehrsflächen führen. Der sichere Ort ist das Freie außerhalb der baulichen Anlage. Eine Selbstrettung in das Innere von baulichen Anlagen widerspricht den Schutzzielen, da nicht sicher gestellt ist, dass das Innere der baulichen Anlagen frei von Gefährdung ist." Und noch klarer: "Evakuierungsmaßnahmen in den Stadion-Innenbereich stehen grundsätzlich dem Bauordnungsrecht entgegen und sind nur in Ausnahmesituationen, auf Grund einer bewussten Entscheidung der Ordnungskräfte, einzuleiten."

Die Rettungswege – so heißt es weiter in dem protokollierten Beschluss – seien so zu bemessen, dass die baulichen Rahmenbedingungen eine Massenpanik nicht fördern oder auslösen könnten. Dazu sei es im Ernstfall auch erforderlich, vom Innenraum her auf die Tribünen zu gelangen, um dort möglicherweise verletzte Personen zu bergen. Die wörtliche Passage des Protokolls: "Dazu dienen die nur vom Innenraum zu öffnenden Tore. Im Olympiastadion in Berlin stehen für diesen Zweck mobile Brücken zur Verfügung, die im Bedarfsfall aufgebaut werden können und mit deren Hilfe die Sicherheitskräfte über den Graben hinweg den Tribünenbereich vom Spielfeld aus erreichen können. In den 70 Jahren, die das Olympiastadion betrieben wird, sind keine unter den Begriff 'Massenpanik' fallende Situationen eingetreten."

Konkreten Bezug nimmt die Kommission zu den vorgelegten Ergebnissen der Stiftung Warentest: "Soweit Stiftung Warentest auf Erkenntnisse des jungen Wissenschaftszweigs der 'Panikforschung' aufsetzt, scheint der Stiftung Warentest nicht bewusst zu sein, dass unter dem Wissenschaftszweig 'Panikforschung' wohl die Erforschung der Ursachen, der Vermeidung von Panik, insbesondere Massenpanik sowie der Steuerung von Paniksituationen befasst. 'Panikforschung' dürfte damit eher der Psychologie zuzuordnen sein denn verkehrstechnisch orientierten Durchflussmodellen."

Nach Überzeugung des OK-Aufsichtsrats bestehen auch in Kaiserslautern keine Mängel, denn für das Fritz-Walter-Stadion hatte die Stiftung Warentest das Prädikat "mangelhaft" aufgrund angeblich unzureichender Brandschutzeinrichtungen gegeben, obwohl sich die Tribüne zum Zeitpunkt der Untersuchung noch im Bau befand. "Wir haben sehr sorgfältig den kompletten Vorgang geprüft und sind zu der klaren Erkenntnis gekommen, dass fortführende Gespräche zwischen dem OK-Präsidium und der Stiftung Warentest der Sache nicht dienen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass ein hoher Repräsentant der Stiftung Warentest die Vergabe von Roten Karten für vier WM-Stadien als redaktionellen Gag bezeichnet hat", erklärt der Innenminister für den Aufsichtsrat, der am zurückliegenden Freitag bis auf den erkrankten DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder in kompletter Besetzung tagte. Auch Schäubles Amtsvorgänger Otto Schily war anwesend.

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