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Feuerwehren ziehen Bilanz |
Das Gästehaus der baden-württembergischen
Feuerwehren in Hinterzarten/Hochschwarzwald kann modernisiert werden. Bei der
Jahresversammlung des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg in
Aalen/Ostalbkreis am Samstag (1. Oktober 2005) sagte Innenminister Rech die
Unterstützung des Landes zu.
Weiter wurde den Kommunen und Feuerwehren
empfohlen, Brandschutzbedarfspläne zu erstellen. Damit, so stellte
Verbandspräsident Dr. Frank Knödler vor 450 Delegierten und Gästen fest, können
die Feuerwehren ihre Zukunft sinnvoll planen. Die Vertreter der
baden-württembergischen Feuerwehren forderten zusätzlich den Einbau von
Rauchmeldern in Privathäuser. So könnten Leben und Gesundheit vieler Menschen
geschützt werden.
Die baden-württembergischen Feuerwehren betreiben
in Hinterzarten/Bruderhalde das Gästehaus Sankt Florian. Mit nahezu 30.000
Übernachtungen gehört es zu den großen Beherbergungsbetrieben. Vor 50 Jahren
erbaut, muss ein Teil der Gebäude dringend modernisiert werden. „Nur so“, teilte
Präsident Dr. Knödler in Aalen mit, „können wir den Bestand dieses wichtigen
Sozialwerkes der baden-württembergischen Feuerwehren sichern.“ Im Gästehaus
können Feuerwehrangehörige und ihre Familien Urlaub machen.
Die Modernisierung soll 2006 beginnen und 2008
abgeschlossen werden. Die Kosten betragen voraussichtlich 8,7 Mio. Euro. Das
Land will sich daran mit 4,5 Mio. Euro beteiligen. Die restlichen Kosten
bringen die Feuerwehren auf. Darauf wies Präsident Knödler hin: „Dies zeigt
deutlich das große Interesse der Frauen und Männer in unseren Feuerwehren an
einem zukunftsorientierten Gästehaus Sankt Florian“.
Bereits 1999 hat der Landesfeuerwehrverband
zusammen mit dem Innenministerium und dem Gemeindetag die „Hinweise zur
Leistungsfähigkeit einer Gemeindefeuerwehr“ veröffentlicht. Sie enthalten
Kennzahlen zu Einsatzzeiten, der Geräteausstattung und zur Personalstärke der
Feuerwehren. In seiner jüngsten Denkschrift hat der Rechnungshof
Baden-Württemberg auf der Grundlage dieser Hinweise Planungen der Städte und
Gemeinden gefordert. In Aalen hat Präsident Dr. Knödler diese Forderung des
Rechnungshofes aufgegriffen. „Ich ermuntere die Feuerwehren und ihre Träger zu
einer sinnvollen Brandschutzsbedarfsplanung“, sagte er. Auch die ehrenamtlich
getragenen Freiwilligen Feuerwehren stünden verstärkt aus Kostengründen auf dem
Prüfstand. „Aufbauend auf einer Risikoanalyse sichert eine zukunftsgerichtete,
mit den Verwaltungen und Kommunalparlamenten abgestimmte Planung das
flächendeckende Feuerwehrwesen in unserem Land“ stellte Knödler fest.
Nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes kommen jährlich in
Deutschland etwa 600 Menschen durch Brände um, 75 Prozent davon in privaten
Wohnungen „Dabei ist die Rauchvergiftung die häufigste Todesursache“, so der
Präsident des Landesfeuerwehrverbandes. 6.000 Menschen werden schwer und 60.000
leicht durch Brände pro Jahr in Deutschland verletzt. Besonders beklagt der
Verband den hohen Anteil von Kindern an den Brandopfern.
Mit dem Hausrauchmelder, so der
Landesfeuerwehrverband, gebe es ein einfaches, kostengünstiges Mittel, diese
hohen Opferzahlen deutlich zu senken. „Ein Rauchmelder kostet etwa 10 bis 30
Euro – im Vergleich zu den Kosten einer Wohnung oder eines Hauses also eine
völlig unbedeutende Summe“, verwies Präsident Dr. Knödler auf die absolut
geringen Kosten. Die Melder sind einfach zu montieren, erkennen Rauch und
schlagen lauten Alarm. So bekommen bedrohte Menschen einen entscheidenden,
lebensrettenden Vorsprung vor dem tödlichen Brandrauch.
Der Landesfeuerwehrverband vertritt die Interessen
der baden-württembergischen Feuerwehren. Ihnen gehören in den Freiwilligen
Feuerwehren, Berufs- und Werkfeuerwehren 176.000 Frauen, Männer und Jugendliche
an. Großen Wert legt der Verband auf eine gute Jugendarbeit. Die Jugendfeuerwehren
nehmen nach wie vor zu; ihnen gehören derzeit 29.500 Mädchen und Jungen an.
Dagegen nimmt die Zahl der aktiven Feuerwehrangehörigen eher ab.
Im vergangenen Jahr sind die Feuerwehren des Landes
zu 131.000 Einsätzen ausgerückt. Dabei haben sie 5.500 Menschen aus
Lebensgefahr gerettet. 880 verstarben bei Bränden und Unfällen. Drei
Feuerwehrangehörige sind im Dienst tödlich verunglückt.
Im Jahre 2006 wird die Landesfeuerwehrverbandsversammlung in
Reutlingen stattfinden, zu der Präsident Frank Knödler bereits wieder einlud.
Die Reutlinger Feuerwehr hatte in Aalen bereits für ihre Veranstaltung mit
einem Informationsstand geworben.
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