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Im Juni
2005 fand ein dreitägiges Ausbildungsbiwak der Gefahrstoffeinheit der Feuerwehr
Reutlingen zusammen mit dem Technischen Hilfswerkes OV Reutlingen auf dem
Truppenübungsplatz in Stetten am kalten Markt statt. Ziel des Biwaks war es,
die Aufgaben der Bergung und ABC-Erkundung nach einem Erdbeben zu trainieren.
Darüber hinaus sollten die Helfer in ungewohnter Umgebung an ihre
Belastungsgrenzen herangeführt werden.
Am
Freitagnachmittag starteten Feuerwehr und THW gemeinsam zum Truppenübungsplatz
nach Stetten am kalten Markt. Schon auf der Fahrt zeigte sich, dass der Übung
bedarf, einen Verband mit 12 Fahrzeugen von Reutlingen nach Stetten zu
verlegen. Oft genug wurde der Verband an Ampeln und Abzweigungen auseinander
gerissen.
Nach dem
Eintreffen am Biwakplatz „Ehestetter Berg“ wurden die Einsatzkräfte von dem
bereits am Morgen gestarteten Vorauskommando der Küche verpflegt. Nach dem Bettenbezug in der Albkaserne
begann gegen 22:00 Uhr die Ausbildung mit einer Nachtübung. Ziel der ersten
Übung war es, in einem bis dahin unbekannten Gelände eine Erkundung
durchzuführen. Angenommen wurde, dass sich im Ausbildungsdorf des
Truppenübungsplatzes ein Erdbeben ereignet hat. Gebäude waren teilweise eingestützt;
eine Bergungs- sowie ABC-Erkundung musste durchgeführt werden.
Das
betroffene Dorf Zitzenbühl (Übungsdorf der Bundeswehr auf dem
Truppenübungsplatz) war wegen unpassierbarer Strassen nicht mehr erreichbar.
Für die Kräfte von Feuerwehr und THW galt es nun, die Ausrüstung für den
Auftrag zusammenzustellen und diese auf Steckleiterteilen, Bergungswannen oder
ähnlichem zu verlasten. Bei diesen Tätigkeiten galt es bereits genau zu
überlegen, was am Einsatzort wohl benötigt werden würde.
Schließlich
mussten die Gerätschaften ca. 2 Kilometer durchs Gelände bis zum Übungsdorf
geschleppt werden. Nach mehrmaligen Auf- und Abladen setzte sich der Tross dann
in Bewegung und verschwand in der dunklen Nacht. Noch lange war noch ein Ächzen
und Stöhnen zu hören. Nach langer Zeit tauchte dann die Erkundungseinheit,
schwitzend, schnaufend und abgekämpft, das Übungsdorf auf. Nach einer kurzen
Pause wurde die Ausrüstung abgeladen und über einen Kriechgang in eine Halle
verstaut. Morgens gegen 4 Uhr wurde die Übung beendet; die meisten Kameraden
fielen erschöpft in die Betten.
Sicherlich
kann man sich über den Sinn einer solchen Übung diskutieren; im Nachhinein
waren jedoch alle begeistert. Und der Teamgeist wurde gefördert. Am
Samstagmorgen krochen die meisten etwas schwer aus den Betten. Nach dem sich
alle beim Frühstück stärken konnten, wurde die Vollzähligkeit festgestellt.
Alle waren alle wieder voller Tatendrang, schließlich stand jetzt ein
besonderer Punkt auf dem Programm: „Panzerfahren“.
Der
Zufall wollte es, das an diesem Samstag ein „Tag der offenen Tür“ in der
Kaserne stattfand. Eine Attraktion für die Besucher des Tages war die
Mitfahrgelegenheit beim Geländefahren mit verschiedenen Fahrzeugen der
Bundeswehr. Mit einem Bergepanzer Fuchs, Wolf und allerlei anderen Ketten- und
radbetriebenen Fahrzeugen ging es ins Gelände. Die nicht ganz alltägliche
Ausfahrt hat allen sichtlich Spaß gemacht, allerdings wurde bei diesen Fahrten
mach einer auch an die Strapazen der Nacht erinnert.
Im
Übungsdorf Zitzenbühl stand am Nachmittag eine weitere Einsatzübung auf dem
Programm. Diesmal wurde angenommen, dass sich eine Explosion ereignet hatte.
Ein Gebäude stand im Vollbrand, ein zweites war teilweise eingestürzt. Mittels
der Pyrotechnik und dem Trümmergelände gelang es, eine hervorragende
Lagedarstellung zu schaffen, die letztlich auch für die eingesetzten
Führungskräfte und Mannschaften eine Herausforderung darstellte.
Als Besonderheit wurde diesmal
mit gemischten Besatzungen geübt. So waren auf dem Löschgruppenfahrzeug und dem
Gerätekraftwagen gemischte Trupps von Feuerwehr und THW eingesetzt. Die
jeweiligen Truppführer kamen von der Einheit, die das Fahrzeug stellte. Sowohl
für die Bergungshelfer als auch für die Brandschützer war es ein Erlebnis,
voneinander zu lernen.
Obwohl
Feuerwehr als auch das THW die ähnliche Aufgaben wahrnehmen, nämlich
Menschenleben zu retten, Schäden zu beseitigen bzw. zu minieren und die Umwelt zu
schützen, der selbe Führungsvorgang angewendet wird, war die unterschiedliche
Vorgehensweise doch neu. So wunderten sich die „THW-ler“, dass sich die
Feuerwehr sich auf der Anfahrt bereits komplett ausrüstet. Andererseits lernten
die „Feuerwehrler“, dass man im Bergungseinsatz mit der „Feuerwehrtaktik“ nicht
all zu weit kommt.
Überraschend war jedoch, dass
sich die jeweiligen „Gastausrücker“ in ihrem neuen Umfeld schnell zurecht
fanden und die Einsätze abarbeiten konnten. Nachdem fast 24 Stunden die fachliche
Arbeit im Vordergrund stand, so diente der anschließende Samstagabend besonders
dem kameradschaftlichen Kennen lernen.
Nach
einem vorzüglichen Abendessen machten es sich die Teilnehmer des Biwaks am
Lagerfeuer mit Stockbrot und diversen Getränken gemütlich. Allerdings
hinterließen die Übungen sowie das über das ganze Biwak vorherrschende heiße
Wetter ihre Spuren. Im Gegensatz zu den vorherigen Biwaks gingen die meisten
diesmal recht bald zu Bett.
Am Sonntagmorgen wurde nach
einem ausgiebigen Frühstück der Biwakplatz gesäubert, die Unterkunft in der
Kaserne gereinigt sowie die Ausrüstung verladen. Im Verband ging die Fahrt
wieder zurück nach Reutlingen. Allerdings wurde für die Rückfahrt eine anderer
Route gewählt.
Die Ziele
des Biwaks konnten erreicht werden; grundsätzlich konnte die dreitägige
Ausbildungsveranstaltung positiv bewertet werden, obwohl sicherlich der eine
oder andere doch an seine Belastungsgrenze, teilweise darüber hinausgehen
musste.
Aufgrund
der Terminplanungen für 2006 soll ein weiteres Biwak erst wieder im Jahre 2007
eingeplant werden.
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